NHS Berichtet über Anstieg der Überweisungen wegen Spielsucht
Der National Health Service (NHS) in England meldet einen signifikanten Anstieg der Überweisungen wegen Spielsucht, die sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt haben.
Zwischen April und September 2024 suchten fast 2.000 Menschen Hilfe in Spielsuchtkliniken, ein deutlicher Anstieg gegenüber rund 800 im gleichen Zeitraum 2023.
Um dieser wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, hat der NHS sein Netzwerk spezialisierter Spielsuchtkliniken seit 2019 auf 15 Einrichtungen in ganz England erweitert, darunter sieben neue Kliniken, die im vergangenen Jahr eröffnet wurden. Diese Zentren bieten umfassende Betreuung durch interdisziplinäre Teams aus Psychologen, Psychiatern, psychiatrischen Pflegekräften und Menschen mit eigener Erfahrung mit Spielsucht.
Dr. Matt Gaskell, Leiter des NHS Northern Gambling Service, äußerte besondere Bedenken hinsichtlich der Feiertage und bezeichnete diese als „perfekten Sturm“ für gefährdete Personen, bedingt durch die Kombination aus Sportereignissen und finanziellen Belastungen.
Schlüsselinsight: Laut aktuellen Daten der Gambling Commission könnten in England etwa 138.000 Menschen von problematischem Glücksspiel betroffen sein, während weitere 1,3 Millionen ein moderates oder geringes Risiko aufweisen.
Dr. Gaskell erklärte:
„Während der Feiertage erhalten Menschen möglicherweise zusätzliches Geld durch Geschenke oder Boni oder stehen vor finanziellen Engpässen, was sie zum Spielen verleiten und dazu führen könnte, mehr auszugeben als beabsichtigt. Die Vielzahl an Werbungen für festliche Spiele, Rennen und Angebote wie kostenlose Weihnachtswetten lässt Glücksspiel verlockend erscheinen, fördert jedoch häufig hochfrequentes Spielen. Ich habe in meiner Klinik aus erster Hand erlebt, wie die Feiertage die negativen Auswirkungen des Glücksspiels verstärken können.“Claire Murdoch, nationale Direktorin für psychische Gesundheit beim NHS, betonte die ernste Natur der Spielsucht und forderte eine stärkere Verantwortung der Branche. Sie sagte:
„Der NHS kann nicht allein die Folgen der von Unternehmen geförderten süchtig machenden Verhaltensweisen bewältigen. Diese Firmen müssen ernsthaft über die menschlichen Kosten hinter ihren Gewinnen nachdenken.“